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Re: Fehler beim WEB-Einstieg



Hallo!

Ich habe leider den Anfang dieser Diskussion nicht mitbekommen (war im
Urlaub). Mir faellt jedoch auf, dass die Argumente mit denen hier ueber
die Gestaltung von Webseiten diskutiert wird, sehr technisch
ausgerichtet sind (Bandbreiten etc); und das in einer Mailingliste, in
der hauptsaechlich "Informationsspezialisten" vertreten sind...
Deswegen moechte ich mal meine Sichtweise der Gestaltung von Webseiten
darlegen:
Eine Bibliothek ist eine Informationseinrichtung, sie dient der
Beschaffung von Wissen. Deswegen sollten gerade Webseiten von
Bibliotheken auch den Zugang zu Wissen erleichtern.
Ein Mittel dazu ist Hypertext, wie er im WWW mit HTML dargestellt wird.
HTML kennt keine klassischen Layoutanweisungen oder physikalisches
Markup (es kennt eigentlich keine Seitenformate, keine physikalischen
Abstaende, auch kein FETT oder kursiv, keine Schriftarten...). Das ist
auch sinnvoll so, aus 2 Gruenden:
1) die Seiten werden mit den unterschiedlichsten technischen Mitteln
betrachtet. Nicht jede Schriftart ist auf jeder Plattform verfuegbar,
nicht jeder Browser kann Bilder anzeigen...
2) und wichtiger: ueber die pysikalische Darstellung der Seiten
entscheidet letztendlich der Benutzer einer Seite. Er legt fest, wie
breit sein Fenster ist, welche Schriftgroesse und -art und welche
Hinter- und Vordergrundfarben verwendet werden, ob Bilder angezeigt
werden oder nicht usw.
Gerade der zweite Punkt ist sehr wichtig und ist das, was das Web
wesentlich vom Papier unterscheidet! Der Nutzer kann eine Seite seinen
Beduerfnissen anpassen und so optimal an die Information auf der Seite
gelangen. Verschiedene Nutzer nehmen Wissen unterschiedlich auf, im
Extremfall ist der Nutzer ein Blinder, der mit gedrucktem Text nichts
anfangen kann, oder ein Tauber, der eine Tondatei nicht hoehren kann.
Optimal ist es daher, wenn das System allen diesen unterschiedlichen
Nutzern gerecht wird. Logisches Markup ist ein Weg dahin, da dann der
Nutzer bestimmen kann, wie etwas wichtiges (<strong>) dargestellt werden
soll, der Anbieter braucht sich darum nicht zu kuemmern.
Bei Bildern ist das natuerlich schon schwieriger, da es keine
brauchbaren Systeme gibt, die Bilder in Text oder gesprochene Sprache
umwandeln oder umgekehrt. Man sollte sich daher ueberlegen, wo ein Bild
sinnvoll ist, wo durch das Bild im Allgemeinen Wissen schneller und
besser vermittelt wird, als durch eine andere Darstellungsform (z.B. ist
ein eingezeichneter Weg auf einer Landkarte oft besser zu verstehen als
eine Beschreibung in einem Text, das muss aber nicht immer und fuer
jeden Nutzer so sein!).
Deshalb: Die logische Struktur der Seiten muss stimmen. Ueber die
Darstellung entscheidet im Idealfall der Nutzer nach seinen eigenen
Beduerfnissen (und solange es technisch nicht moeglich ist, aus einer
logischen Darstellung von Wissen moeglichst viele verschiedene
physikalische Darstellungen (Texte, Bilder, Toene, VR-Welten...) zu
erzeugen, muss man halt verschiedene physikalische Darstellungen
anbieten um moeglichst vielen Benutzern gerecht zu werden). Die Frage,
ob ein Bild zu gross ist oder nicht, stellt sich dann so nicht mehr.
Gerade "Informationsspezialisten" sollte das doch klar sein!

Gruss aus dem schwuelen Saarlouis
Till

-- 
Till Kinstler                           till _at__ gg15c1.phil.uni-sb.de
http://www.phil.uni-sb.de/~till/        till _at__ phil.uni-sb.de
student of information science          tiki _at__ stud.uni-sb.de


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