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Re: Artikel Raubmord in Berlin oder Das Ende des DBI



Lieber Herr Ziegler,

das Bild vom Raubmord ist bewußt gewählt. Den Räuber interessiert das Opfer
nicht, er will lediglich etwas in seinen Besitz bringen, was ein anderer
hat. Einem Bienenzüchterinstitut oder einem Theaterinstitut oder...wäre es
ebenso ergangen, wenn diese einen Blau-Liste-Platz innegehabt hätten. Der
Räuber nimmt keine Rücksicht, er ist die Unmoral in Person und er staunt
bestenfalls über das Trara, was um sein Opfer veranstaltet wird. Für ihn war
nur maßgebend, dass er "mit a l l e n
M i t t e l n" den Blaue-Liste-Platz freibekommt - und das hat er auch
geschafft! Und zwar straffrei und mit einer dicken Pension belohnt. Da dabei
sein Opfer nicht überlebte, wurde aus dem Raub ein Raubmord. Das alles hatte
kaum etwas mit dem Bibliothekswesen zu tun, sondern damit, dass die Väter
des DBI den Platz auf der Blauen Liste als sichere Finanzierungsgrundlage
gewählt hatten und dieser Platz die Begehrlichkeit eines Räubers weckten,
der alle Machtmittel besaß, sein Ziel zu erreichen.
Daß dem Raubmörder dabei auch Berufskollegen vielleicht unwissentlich oder
gar wissentlich geholfen haben, ist ein offenes Geheimnis, wobei mir z.B.
die Beweggründe der bibliothekarischen Mitglieder der AG Bibliotheken des
Wissenschaftsrates (Dugall-Frankfurt, Frankenberger-Augsburg) unbekannt
sind. Sie waren wahrscheinlich direkt beteiligt an der Formulierung der
"Wissenschaftspolitischen Stellungnahme", die entgegen dem Gutachten die
Schließung des DBI vorsah und so auch vom Wissenschaftsrat am 14.11.97
beschlossen worden ist. Allerdings muß man nüchtern konstatieren, dass die
Raubmörder mit so einer Machtfülle ausgestattet waren, dass sie sich wohl
auch nicht von widersetzlichen Bibliothekaren hätten abhalten lassen - deren
Mitwirkung hat den Raubmord bestenfalls erleichtert.
Also: die Physiker haben wie das Bibliothekswesen nur indirekt mit dem
Vorgang zu tun - es war die politische Entscheidung von Peter Radunski und
wurde gemanagt von Erich Thies.
Nachsatz: Diese Darstellung ergänzt das "realsatirische Lehrstück über
Macht", sei also vorsorglich unter Kunstvorbehalt gestellt. MfG Dietmar
Kummer




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