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Re: Zeitschriftenkrise



Liebe Liste,
in diesem Zusammenhang sei nochmals auf die Berlin Declaration (
http://www.zim.mpg.de/openaccess-berlin/berlindeclaration.html) hingewiesen.
Erst wenn es ein wirkliches Umdenken gibt, dass wissenschaftliche Exzellenz
sich nicht nur an der Artikelzahl in bestimmten Zeitschriften bemisst,
sondern auch an der größtmöglichen Verbreitung wissenschaftlicher
Ergebnisse, kann sich etwas ändern. Erst dann haben vor allem junge
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Beginn ihrer Laufbahn auch eine
Wahl, ob sie ihre Ergebnisse da veröffentlichen müssen, wo es teuer und
damit scheinbar exzellent ist, oder ob sie aktiv andere Publikationswege
fördern - Open Access Journale, zertifizierte Hochschul- oder
Fachgesellschaftsserver, was auch immer.
Und da sind auch diejenigen in der Pflicht, die Forschung evaluieren,
fördern oder eben auch nicht fördern. Auch die DFG, die großen Stiftungen,
die Helmholtzgesellschaft, das BMBF und die Berufungskommissionen an den
Hochschulen können das Boot Wissenschaft (in dem wir alle sitzen) aus den
Strudeln der "serial crisis" steuern. Die Berlin Declaration ist ein guter
Schritt in diese Richtung, es bleibt hoffentlich nicht nur bei
Lippenbekenntnissen.
Mit freundlichen Grüßen aus dem sonnigen und frostigen Göttingen
Margo Bargheer

----- Original Message ----- 
From: "Klaus-Rainer Brintzinger" <brintzinger _at__ uni-tuebingen.de>
To: "Internet in Bibliotheken" <INETBIB _at__ ub.uni-dortmund.de>
Cc: <klaus.franken _at__ uni-konstanz.de>
Sent: Wednesday, January 21, 2004 8:49 PM
Subject: Re: Zeitschriftenkrise


> Lieber Herr Franken,
> liebe Liste,
>
> besten Dank für diese illustrative Geschichte, die den Kern der
> Zeitschriftenkrise deutlich offenlegt. Ökonomen nennen dies das
> Allmende-Problem, das immer dann entsteht, wenn Eigentumsrechte (wie
> hier bei einem zentralen Etat der UB) nicht definiert sind. Ökonomen
> empfehlen dagegen, Eigentumsrechte zu definieren. Also warum überlassen
> wir die Last der steigenden Preise für STM-Zeitschriften nicht den
> Wissenschaftlern bzw. ihren Lehrstühlen und Instituten? Denn wie Harold
> Moneymaker schreibt: "Kein Wissenschaftler würde soviel Geld ausgegeben."
> Also warum nicht STM-Zeitschriften abbestellen und das ersparte Geld den
> Fakultäten überlassen, die dann selbst überlegen dürften, wie lange sie
> das mitmachen.
> Nur weil wir am Produktionsprozess unbeteiligte Bibliothekare uns am
> Absatz beteiligen, funktioniert das Spiel so gut, wie Moneymaker schreibt.
>
> Beste Grüße und schönen Abend
>
> Klaus-Rainer Brintzinger
>
> Petra Haetscher schrieb:
> > Liebe Liste,
> >
> > zum Thema "Zeitschriftenkrise" gibt es unter
> > http://www.ub.uni-konstanz.de/kops/volltexte/2004/1155/  einen von Klaus
> > Franken herausgegebenen aktuellen Briefwechsel zwischen zwei Verlegern.
> > In dieser Offenheit dürfte das wissenschaftliche Publizieren von
> > Verlegerseite bisher kaum erörtert worden sein.
> >
> > Mit besten Grüßen
> > Petra Hätscher
> >
> > *********************************************************
> > Petra Haetscher
> > Stellvertretende Bibliotheksdirektorin
> > Bibliothek der Universitaet Konstanz
> > D-78457 Konstanz
> > petra.haetscher _at__ uni-konstanz.de
> > Tel.: +49 7531 88-2802  Fax: -3082
> > http://www.ub.uni-konstanz.de
> > *********************************************************
> >
> >
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> -- 
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> Dr. Klaus-Rainer Brintzinger
> Universitaet Tuebingen, Juristisches Seminar
> Wilhelmstr. 7, 72074 Tuebingen
> Tel. 07071/29-72550, Fax: 07071/29-3304
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