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Re: [InetBib] enhanced catalog enrichment




Hallo Clemens,

> Kennen Sie Projekte mit ähnlichem Vorhaben, von denen wir lernen könnten?
>
> Unter dem Stichwort "catalog enrichment" versuchen Bibliotheken ja
> bereits, sich diesen Strukturen anzunähern. Welche Strukturen werden in
> diesem Pool erfaßt?

Ich würde eher vermuten, dass in der (internationalen) TEI-Community
sich ähnliche Projekte finden. Beim TextGrid-Projekt habe ich bislang
noch nicht so recht verstanden, wie die Grundobjekte aussehen sollen,
aber prinzipiell ist TEI die Grundlage.

TEI und damit besonders die (internationale) TEI-Community sind eher auf Volltexte in literaturwissenschaftlicher Tiefenerschließung ausgerichtet. Die Adaption in den Bibliotheken ist dagegen ein (immer noch wichtiges) Nebengleis. Tatsächlich nimmt die Bedeutung hier in letzter Zeit eindeutig zu (man bedenke hier auch die mögliche Konvergenz von Strukturdatenerschließung und Volltextdigitalisierung)! Für Deutschland würde ich die HAB Wolfenbüttel auf jeden Fall als Vorreiter genauer in Augenschein nehmen. Global gesehen bin ich mir nicht so sicher, dass nicht Deutschland hier sogar eine Ausnahmestellung mit der Orientierung auf Strukturdaten einnnimmt. Siehe für die allgemeine Perspektive auf jeden Fall "TEI Text Encoding in Libraries" (http://www.diglib.org/standards/tei.htm). Ansonsten ist natürlich METS zu berücksichtigen. Grundsätzlich eine feine Sache, in Deutschland aber bisher nicht sooo weit verbreitet. Außerdem nehme ich Projekte wahr, die ihre Daten eigentlich in TEI, eBind oder einem lokalen Format halten und dann für spezielle Austauschanforderungen (TEI ist ja eigentlich schon ein Austauschformat) in METS mappen. METS selbst ist als Containerformat ein wenig unspezifisch - wenn es konkret wird (Elementnamen, Typologien), dann ist man im Detail doch wieder auf andere Formate zurückgeworfen (MODS, DC).

> Gibt es eine Institution, die auf Verbundebene oder gar landesweit
> solche Strukturerfassungen (an)leitet?

Jakob hat's übersprungen, also springe ich ein. ZVDD versucht eine gewisse Systematisierung im Strukturdatenbereich, das wäre dann aber auch eher wieder ein Austauschformat, oder sogar nur ein Indexierungsformat. Man ist weitgehend noch in der konzeptionellen Phase, auch wenn schon an ersten explorativen Mappings gestrickt wird. Ursprünglich wollte man auf ein TEI-light-light-light gehen, jetzt sieht es eher nach METS/MODS aus. Das Interessante wird natürlich ein Application Profile / Best Practice und eine zentrale Typologie der Strukturelemente werden. Da könnte man auf die berüchtigten "standardisierenden Wirkungen" hoffen und darauf, dass auch der Input anderer Projekte (Bisherige Digitalisierungsprojekte. TextGrid! Lyrik-und-Lied?) nicht unberücksichtigt bleibt.

> Welche Anforderungen müssten wir erfüllen, um unsere Daten anderen zur
> Verfügung stellen zu können?
Unabhängige Standards (wie TEI) statt interne Hausregeln, Freigabe der
Daten zum Download für jeden und möglichst dauerhafte, einfache
Identifier zum Verlinken und Referenzieren ihrer Objekte. Wenn die Daten
erstmal in einem definierten Format zur Verfügung stehen, können Sie
auch leichter genutzt werden.

Da kann man nur beipflichten. Bei den "Identifiern" habe ich kurz gezuckt, ob ich eine Diskussion um kanonische Namen und Adressen vom Zaun brechen soll. Ich lasse es mal. Mit "dauerhafte, einfache" ist das wesentliche gesagt. Ich würde nur noch das "kanonische" hinterherwerfen: wenn es eingeführte Namen gibt, dann benutzt sie; wenn die traditionelle Referenzierung über Seitennummern läuft, dann benutzt sie.

Beste Grüße, Patrick Sahle



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