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Re: AW: [InetBib] SUB Göttingen -Pilotprojekt "Open Access mit Springer Open Choice"



On Thu, 11 Oct 2007 16:15:12 +0200
 "Bargheer, Margo Friederike"
<bargheer@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx> wrote:
Lieber Herr Graf,
Sie schreiben so oft nützliche -- wenn auch oft
streitbare -- Beiträge, die
das Open Access Publizieren voranbringen. Wollen Sie denn
wirklich Ihre
Energien auf eine Verwaltungsgerichtsklage verwenden,
über die vielleicht
Jahre ins Land ziehen und die sicherlich nicht die
Schwächen des
wissenschaftlichen Publikationssystems in Deutschland
aufheben wird? 
Es ist nicht nur den Public-Private-Partnerships gemein,
dass nicht alle
Details einer Vereinbarung offengelegt werden können,
selbst wenn eine Seite
dies gern so handhaben würde. 
Das Open Access Publizieren voranzubringen, ist uns an
der SUB Göttingen ein
echtes Anliegen. Gerade die Erfahrungen am eigentlichen
Ort des Geschehens,
Verhandlungen mit wissenschaftlichen Autoren und
kommerziell orientierten
Verlagen, im Universitätsverlag Göttingen, in der
Kommunikation mit den
Fakultäten, zeigen uns täglich auf's Neue, dass der Weg
in eine freiere und
transparentere Wissenschaftskommunikation pragmatisch und
in manchmal quälend
kleinen Schritten zu gehen ist. 

Was ich vorhabe oder auch nicht, werden Sie mir ganz
bestimmt nicht vorschreiben. Ich verbitte mir jegliche
Belehrung durch Sie.

Die Landespressegesetze sehen eine oeffentliche Kontrolle
der oeffentlichen Verwaltung (einschliesslich der
Stiftungen) durch die freie Presse vor.   Niedersachsen hat
kein Informationsfreiheitsgesetz, und Deutschland ist
generell ein Nachzuegler, was Informationsfreiheit im EU-,
internationalen Rahmen betrifft. Ich verzichte auf Open
Access, wenn dies bedeutet, dass die Pressefreiheit und die
Transparenz der oeffentlichen Verwaltung eingeschraenkt
wird. Damit sind wir auf der Stufe eines autoritaeren
Regimes wie Russland.

Klaus Graf 



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