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AW: [InetBib] Netiquette – Wir sind nicht auf dem Mars.



In der Tat, dem kann man sich nur anschließen!

Hermann Beyer-Thoma

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: inetbib-bounces@xxxxxxxxxxxxxxxxxx 
[mailto:inetbib-bounces@xxxxxxxxxxxxxxxxxx] Im Auftrag von Diana Grueger
Gesendet: Dienstag, 14. Dezember 2010 09:09
An: Internet in Bibliotheken
Betreff: [InetBib] Netiquette – Wir sind nicht auf dem Mars.

Liebe Liste,


eine E-Mail zum Thema Netiquette taucht alle paar Monate in meinem 
Postfach auf und immer wieder aufs Neue wundere ich mich, warum es nötig 
geworden ist, dazu etwas zu schreiben oder überhaupt die 
Listenteilnehmer auf so etwas – anscheinend – sonderbares wie Netiquette 
hinzuweisen.

Damit man sich nicht ständig wiederholen muss, habe ich mir erlaubt den 
wichtigsten Punkt und eine Ergänzung zusammenzufassen:


A) Wir sind nicht auf dem Mars.

Das ist korrekt. Wir sind nicht auf dem Mars.

Ich würde behaupten, die meisten Listenteilnehmer kommen aus dem einem 
oder anderen Teil der Erde. Und dies bedeutet nun einmal auch, dass wir 
uns an die Umgangsformen halten, die hier auf unserer hübschen Erde 
angewendet werden.

Natürlich gibt es die unterschiedlichsten Formen, die von Land zu Land 
genutzt werden, jedoch hatte ich gedacht, dass, dadurch dass dies eine 
deutschsprachige Liste ist, man sich auf Umgangsformen aus dem 
deutschsprachigen Raum geeinigt hätte. (Sollte dies eine 
Fehleinschätzung gewesen sein, so bitte ich natürlich um Verzeihung – 
das tut man zumindest in meinem Kulturkreis, wenn man einen Fehler 
gemacht hat.)

Eine Umgangsform, die ich persönlich sehr schätze, ist Freundlichkeit. 
Nun wird den Deutschen eine gewisse Ruppigkeit nachgesagt, jedoch 
übersteigt der Ton, der in einigen Listen-E-Mails angewendet wird, 
besagte Eigenschaft bei weitem und die Freundlichkeit wird vollkommen 
vergessen.

Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie sich in Ihren E-Mails verstellen 
oder jedem den Bauch pinseln. Es ist jedoch für alle Listenteilnehmer 
angenehmer und zeitsparender, so vermute ich, wenn man sich nicht durch 
10 oder 20 E-Mails lesen muss, in denen sich andere Listenteilnehmer 
einen unnötigen verbalen Stöckchenkampf liefern. Sie können einen 
Beitragenden auf seinen für Sie unangebrachten Ton auch freundlich 
hinweisen mit einer einzigen E-Mail und müssen nicht die gleiche Tonart 
anschlagen wie derjenige/diejenige, die Sie kritisieren wollen. (Das 
würde Sie im Übrigen auch nur auf die gleiche Freundlichkeitsstufe 
stellen wie von der Person, die Sie auf ihre fehlende Freundlichkeit 
hinweisen wollten.)

Sollten Sie sich dennoch einmal genötigt fühlen, solch einen 
unprofessionellen Austausch von Verbalstöckchen zu beginnen, so tun Sie 
dies doch bitte nicht über die Liste sondern schreiben die betreffende 
Person persönlich an oder recherchieren nach der Telefonnummer für ein 
klärendes Telefongespräch – dies wäre wahrscheinlich die zeitsparendste 
Variante. Es gibt keinerlei Grund, Ihren Austausch öffentlich über die 
Liste auszutragen.

Diese Liste ist nicht dafür da, dass Sie Probleme, die Sie eventuell mit 
einzelnen Individuen der Liste haben, hier austragen können.



B) Wir schreiben nicht auf Englisch.

Es mag Sie überraschen, aber die E-Mails, die Sie hier in dieser Liste 
lesen, sind größtenteils auf Deutsch. Ich weiß, dass – geht man von der 
Anzahl von englischsprachigen Websites aus – man das Gefühl bekommen 
könnte, im Internet sprechen alle nur Englisch. Ich kann Sie beruhigen, 
dem ist nicht so.

Sie brauchen also Ihre deutschsprachige E-Mail nicht mit englischen 
Rechtschreibregelungen zu verfassen. Sie können ganz beruhigt die Regeln 
anwenden, die Sie damals in Ihrer Schulzeit gelernt haben, oder zu einem 
anderen Zeitpunkt als Sie Deutsch lernten.

Es setzt Sie auch keiner unter Zeitdruck Ihre E-Mail so schnell wie 
möglich zu verfassen und abzuschicken. Sie haben genügend Zeit noch 
einmal Ihren Text zu lesen und fehlende Leerzeichen einzusetzen, damit 
Ihre Leser den Textleichterverstehenkönnen, oder mit der 
Großschreibtaste, auch Shift-Taste oder Pfeil-nach-oben-Taste genannt, 
die substantive mit großen anfangsbuchstaben zu versehen.

Es erwartet niemand von Ihnen, dass Sie gänzlich fehlerlose Texte 
schreiben, jedoch beachten Sie bitte, bitte die Grundregeln unserer 
schönen Sprache – dies erleichtert das Lesen Ihrer Nachricht ungemein 
und sie kann schneller verstanden werden.


Lassen Sie mich das Ganze am Ende in Tweetlänge zusammenfassen (mit 
etwas Netzjargon gewürzt):

„Bitte bleiben Sie freundlich und bitte halten Sie die deutsche 
Rechtschreibung ein. Kthxbye.“



Mit freundlichen Grüßen,
Diana Grüger

-- 

Diana Grüger
Assistant for Media and Information Services

Max-Planck-Institute for Mathematics in Sciences
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