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Re: [InetBib] Datenschutz in Bibliotheken



Liebe Kollegen/innen,

Maiken Hagenmeister, i.A. des dbv, schrieb:
Auch die Zurverfügungstellung von Metadaten aus Bibliothekskatalogen für 
Google
sieht der Verband als einen wichtigen Schritt, um künftig diese 
Erschließungsleistungen
über einen zentralen Sucheinstieg zugänglich zu machen. 
In diesem Projekt werden ausschließlich bibliografische Daten geliefert,
personenbezogene Daten werden grundsätzlich nicht weitergegeben.

Es gibt da natürlich neben den personenbezogenen Daten, die aus 
Nutzungsverhältnissen stammen, auch diejenigen anderer Sorte.
http://d-nb.info/gnd/135943450/about/html
enthält neben meinem Namen meine Lebensdaten (Geburtsjahr), meinen Beruf und 
zeigt eine Verbindung zu einer Institution auf.
Die Lebensdaten finden sich auch in VIAF wieder: http://viaf.org/viaf/80373410
In diesen Normdaten liegen personenbezogenen Daten bzw. Informationen vor, mit 
denen sich auch jemand mit vergleichsweise häufigeren Kombinationen aus Vor- 
und Nachnamen, wie z.B. Stefan Müller, individuell festlegen liesse.

Eine Ansetzung in MARC-Feld 100 oder 700 in einem bibliografischen Datensatz 
wäre dann korrekterweise, sofern entsprechend dem Standard eine 
Individualisierung unter Zuhilfenahme der Lebensdaten vorgenommen wird:

100 bzw.700     $a Rohde, Bernd Martin
                $d 1972-

Damit liegt eine personenbezogene Information vor (Geburtsjahr, eindeutig einem 
Personennamen zugewiesen), die potentiell im Zusammenhang mit bibliografischen 
Daten weitergeleitet werden kann. Mit RDA dürfte so etwas wohl eher noch 
zunehmen, denn abnehmen. Das würde dann auch die Metadaten, die durch solche 
oder ähnliche Projekte an Google etc. geliefert werden, betreffen. Insofern 
halte ich das "ausschliesslich" und "grundsätzlich nicht" für etwas gewagt, 
denn durch die entsprechenden Normdaten sind bibliografische Daten in unseren 
Bibliothekskatalogen heute schon eng genug mit personenbezogenen Daten 
verknüpft.

Darüber, wie Google übrigens aus Bibliothekskatalogen übernommene 
bibliografische Daten u.U. manipuliert, habe ich ja schon geschrieben: 
http://log.netbib.de/archives/2012/08/23/datenqualitat-bei-google-digitalisaten

Freundliche Grüsse
Bernd Martin Rohde
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Bernd Martin Rohde
Dipl.-Bibl. (FH), UP in Rare Book Librarianship (Univ. Basel)

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