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Re: [InetBib] Kein EIS



On Sun, 27 Jul 2014 13:16:41 +0200
 h0228kdm <h0228kdm@xxxxxxxxxxxxxxxx> wrote:

Einerseits, weil
viele nicht mehr wissen, was die Referatenorgane
eigentlich waren, wie sie funktionierten, und warum sie
nach dem zweiten Weltkrieg weitgehend eingestellt werden
mussten. Andererseits, weil es dem Verlagswesen in hohem
Maße gelungen ist sein Pre-Peer-Reviewing als
unverzichtbare Qualitätskontrolle darzustellen.

Nun, Ihnen ist sicher die Wikipedia bekannt, wo man sich
nicht selten sehr fachkundig informieren kann, auch auf dem
Feld der Informationswissenschaft. Bei Ihren Kenntnissen
wäre es Ihnen doch ein Leichtes, den Artikel

Referateorgan (sic)
https://de.wikipedia.org/wiki/Referateorgan

auszubauen und zu verbessern. Bei Google findet man auf den
ersten Treffern vor allem den Hinweis auf das
geisteswissenschaftliche Referatenorgan "Germanistik", aber
auch ein interessantes historisches Dokument von 

http://bibdigital.rjb.csic.es/Imagenes/P0027_144/P0027_144_633.pdf

Da ich selbst Referatenorgane aus meinen
Interessensgebieten neben der "Germanistik" aktuell nur vom
Archiv für Reformationsgeschichte (und historisch von
"Jahresberichten") kenne, wäre es von Vorteil, eine bündige
Darstellung zum STM-Bereich zur Verfügung zu haben. 

Aus meiner begrenzten Sicht standen bei den
Referatenorganen Inhaltsangaben im Vordergrund, und
kritische Bewertungen wurden - wenn überhaupt - nur von
einer Stimme, nämlich dem jeweiligen Referenten,
verantwortet.

Zum Fetisch Peer Review:
http://archiv.twoday.net/search?q=fetisch+peer

Ich bin ein Anhänger von "Publish first, filter later".
Peer Review entscheidet, einem verbreiteten Bonmot zufolge,
nur, wo ein Aufsatz erscheint, aber nicht, ob er erscheint.
Idealerweise sollten Freiwillige bei einer Zeitschrift ein
gründliches redaktionelles Review anbieten, bei dem
offenkundiger Mist (etwa im Sinne des Bohannon-Stings)
weggefiltert und soweit möglich wissenschaftliches
Fehlverhalten (Plagiate, Datenfälschung) geprüft wird. Dann
muss alles daran gesetzt werden, dass eine lebendige
Kommentarkultur im Sinne eines Post-Publication-Review
entsteht. Auch schwache Beiträge können so von Nutzen sein.

Klaus Graf

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