Abstract: Plagiaterkennung und Plagiatvermeidung als Dienstleistung an der Universität Heidelberg

Dr. Martin Nissen
Universitätsbibliothek der Universität Heidelberg

Die Kulturtechnik des Schreibens verändert sich durch die vereinfachte Übernahme fremder Texte. Neben das Kopieren von Textbausteinen aus elektronischen Dokumenten treten technische Lösungen, die auf einer automatisierten Aufbereitung von Textpassagen auf der Grundlage semantischer Zuordnungen (Mikroannotationen) basieren. Wissenschaftler werden dadurch in die Lage versetzt, Texte für Lektüre und Textproduktion anhand individuell einstellbarer Filter neu zu ordnen. Begleitet werden diese technischen Möglichkeiten durch eine Publikationskultur und ein sich veränderndes Urheberrechtsverständnis, das eine Trennung von Produzenten und Rezipienten kaum noch zulässt.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um Plagiatsfälle werden in dem Beitrag Techniken des Zitierens und Plagiierens aus rechtlicher, wissenschaftsethischer und informationstechnologischer Perspektive diskutiert. Wie lassen sich Zitat und Plagiat abgrenzen, welche Techniken des Plagiierens gibt es, welche Aussagen lassen Umfragen unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu und welche Möglichkeiten bestehen im Umgang mit möglichen Plagiatsfällen? Wie sinnvoll ist der Einsatz der angebotenen Softwarelösungen?

Der Beitrag basiert auf Erfahrungen in interdisziplinären Seminaren zum Thema Plagiat und Plagiaterkennung mit und ohne Erkennungssoftware, die an der Universität Heidelberg seit dem Sommersemester 2011 durchgeführt werden. Ziel ist es, Plagiaterkennung und Plagiatvermeidung als neues Dienstleistungsfeld an Bibliotheken und Universitäten zu etablieren (Beratung bei Publikationen, Angebot von Sprechstunden, Softwarelizenzierung).

Das Thema "Plagiat und Plagiaterkennung" beschäftigt mich/ uns intensiv seit Anfang 2011, die Universitätsbibliothek Heidelberg bietet zwei verschiedene Softwarelösungen an (Plagaware, tunitin) und führt Workshops, insb. für wissenschaftliche Mitarbeiter durch.