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Re: Verluste durch Diebstahl



H. Marloth wrote:
> 
> Stadtverwaltung Kamen-Bücherei schrieb:
> > .....
> > Durch langjährige Nachforschungen haben wir bei uns eine jährliche
> > Verlustquote durch Diebstahl (übrigens meistens durch Erwachsene!)
> > von 5% pro Jahr ermittelt.
> > Stadtbücherei Kamen
> > .....
> 
> Liebe KollegInnen,
> frueher sagte man, dass in universitätsbibliotheken - nach fakultaeten
> aufgeschlüsselt - die theologen und die juristen am meisten geklaut haetten.
> trifft das heute noch zu ? weiss da jemand was ?
> mfg    H.M.
> --
> Heinz Marloth, Seehofstrasse 15, D-60594 Frankfurt, Germany
> Tel.  069  61 23 94   eMail  marloth _at__ t-online.de

Liebe KollegInnen,

gerade komme ich von der Internet-Seite "Reveyrand´s Library Laws":
http://www.nlc-bnc.ca/ifla/I/humour/humour.htm  

Zu diesem Thema gibt es hier einige schoene Gesetze. Z.B.:
"If you have lost one issue of a magazine there will be 
35 students who will require that issue".

Als Leiter einer Chemie-Bibliothek kann ich folgende Erfahrungen weiter geben:

Es werden von Zeit zu Zeit neue Zeitschriftenhefte mit einem oder mehreren fuer viele 
interessanten Artikeln "geklaut". Manchmal verschwinden auch sämtliche Hefte einer 
vielgelesenen chemischen Zeitschrift aus dem Ablagefach auf nimmerwiedersehen. 
Rundschreiben, Appelle und Bitten auf Aushaengen haben nur wenige Taeter wieder zur 
Rueckgabe veranlasst. 
Dass aus schon gebundenen Zeitschriftenbaenden die Artikel herausgerissen werden,
habe ich allerdings seltener erlebt - nachdem hier auch 3 Kopiergeraete stehen,
fehlt dazu wohl die Notwendigkeit.

Als die Instituts-Bibliothek noch bibliothekarisch "verwaist" war, sind allerdings auch
ganze Zeitschriftenreihen verschwunden. Was man an Personalkosten sparte, hat man an 
Verlusten drauf gelegt - was vielleicht der Meinung einiger Oekonomen nahe kommt, die
errechnet haben, dass es den Staat billiger kommt, den Benutzern die Buecher einfach zu 
schenken, als kostspielige Bibliotheken zu unterhalten.

Besonders gefaehrdet sind nagelneue Lehrbuecher - die lege ich nicht mehr bei den 
"Neuanschaffungen" fuer alle sichtbar aus, weil sie dann mit Sicherheit in kurzer
Zeit verschwinden. Die gibt es nur noch von mir persoenlich ausgehaendigt.
Die alten Schinken kann man unbeaufsichtigt Jahrzehnte stehen lassen und sie stauben
sicher vor sich hin.

Von Kollegen aus anderen Instituten weiss ich aber, dass hier zuweilen ganze
Enzyklopaedien im Werte von zehntausenden von Mark verschwinden. 

Ich kann dazu nur sagen: Gelegenheit mach Diebe. Und je hoeher dieselben stehen in
der Hierarchie, um so anspruchsvoller sind sie. Der Student klaut das gerade 
erschienene Lehrbuch und der Akademiker die wertvolle Enzyklopaedie.

Mit besten Gruessen
H. Woeske
(Dipl.-Bibl.)



Listeninformationen unter http://www.inetbib.de.