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[InetBib] DFG




Roland Reuß und Volker Rieble haben in der FAZ vom 20.10.11 <
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/kritik-an-der-dfg-die-freie-wissenschaft-ist-bedroht-11497511.html
mit Recht auf die “Illusion der Selbstverwaltung“ in der Verteilung der
Forschungsgelder von ~2,5 Mrd. € /J hingewiesen. Als Therapie wird
zunächst eine breite und öffentliche Diskussion über die interne
Verfassung der DFG und ihre Rechtsgrundlagen vorgeschlagen. Abgeraten wird
von „allen Radikallösungen“ wie Auflösung der DFG, „Direktverteilung der
Mittel als Bundeshochschulsubvention“ oder „die Überleitung in einen
europäischen Forschungsförderungsverbund“. Offen bleibt aus meiner Sicht,
warum man in Deutschland oder auch der EU nicht eine professionell
geführte Wissenschaftsforschungseinrichtung etablieren kann, die für
typische Big Science Projekte die gelöst werden müssen, nach den besten
Spezialisten und Instituten recherchiert, sie akquiriert und mit den
jeweils notwendigen Mitteln ausstattet. Nicht ohne Grund hat sich auch
Libreas das Scheitern von Projekten in der Wissenschaft zum Thema gemacht
<
http://libreas.wordpress.com/2011/09/12/scheitern-die-nachste-ausgabe-von-libreas-20-cfp/
.
Das Internet bietet heute Möglichkeiten, und die Big Science erfordert
Notwendigkeiten, die das System der Forschungsförderung des letzten
Jahrhunderts obsolet machen. Die Gefahr des Nepotismus muss durch einen
möglichst objektiven Meritokratismus in der Weise überwunden werden, dass
wissenschaftlicher Fortschritt immer weniger Zufall ist und immer
professionellerem Management folgt. Ein Blick auf die NASA und die
teuerste Wissenschaft der Welt in den USA zeigt, dass dieser Weg oft
erfolgsversprechender ist, als das Betteln um Projekte, die dann nicht
selten dem geistigen Diebstahl anheim fallsen.

Mit freundlichen Grüßen

W. Umstätter


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