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Re: [InetBib] Hallo? Jemand zu Hause?



Zum Begriff "Open Peer Review":

Traditionell bedeutete er, dass die Autoren erfahren, wer die
Gutachter waren. Das muss nicht oeffentlich passieren.

In letzter Zeit wird der Begriff aber auch zunehmend fuer
Begutachtungsverfahren verwendet, bei denen zwar die Gutachten
oeffentlich sind, die Gutachter allerdings anonym bleiben koennen,
wenn sie wollen. Um diesen zweiten Typus vom ersten abzugrenzen, ist
auch der Begriff "Public Peer Review" in Gebrauch (Beispiel:
http://www.biogeosciences.net/review/review_process_and_interactive_public_discussion.html
).

Daniel Mietchen


2012/5/7 Klaus Graf <klaus.graf@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx>:
On Mon, 7 May 2012 12:31:05 +0200
 "Walther Umstaetter" <walther.umstaetter@xxxxxxxxxxxxxxxx>
wrote:

Seien wir ehrlich:

Im Prinzip haben Sie Recht. Ich sehe als
Geisteswissenschaftler, der bisher nie mit Peer Review als
Autor konfrontiert war, den Fetisch "Peer Review" eher
skeptisch. Wenn wir differenzieren wollen, haben wir im
Bereich von Open Access vor dem Hintergrund der Forderung,
dass die Zeitschriften ein Peer Review haben sollen, drei
Varianten: "Open Review" mit sehr kleinem Marktanteil, ein
strenges Peer Review, das z.B. die Attraktivitaet von
Themen hoch gewichtet, und als wichtigen neuen Trend ein
"schwaches" Peer Review nach dem Muster von PLoS One, dem
umfangreichsten E-Journal der Welt. Hier werden alle
Beitraege akzeptiert und vergleichsweise rasch
veroeffentlicht, die wissenschaftlich sauber gearbeitet
sind, nicht nur diejenigen, die den Herausgebern und
Gutachtern als "sexy" gelten (wie beim strengen Peer Review
in Nature, Science, etc.).

Fuer "Kuhlens Konstanzer informationswissenschaftliche
Beitraege" (KKIB) wuensche ich mir eine Kombination von
Open Review und "schwachem" Peer Review.

Wenn sichergestellt ist, dass mindestens eine gruendliche
externe Stellungnahme zu jedem eingereichten Artikel
vorliegt, der von den Herausgebern bzw. der Redaktion nicht
zuvor als Schrott oder aus anderen Gruenden ungeeignet
aussortiert wurde, kann man aus meiner Sicht den Rest einem
Open Review ueberlassen. Leider ist dessen Akzeptanz noch
sehr gering, es fehlt also an Reviewern, die sich
oeffentlich aeussern.

Das Problem bei Kohles E-Journal Kunstgeschichte besteht
darin, dass hier in Ermangelung von Kommentaren nur wenige
Beitraege tatsaechlich "begutachtet" werden, fuer die
meisten also die redaktionelle Vorkontrolle das "Peer
Review" ersetzt:

http://www.kunstgeschichte-ejournal.net/

Klaus Graf



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