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AW: "Bibliothekare zur R-Reform"



Sehr geehrter Herr Thaller,

> Tut mir leid, aber m.E. hat die Orthographie mit dem "geistigen
> Arbeiten" ungefähr soviel zu tun, wie ... ein klug ausgedachtes
> Layout vielleicht, das in der Hand des Könners auch eine ganze Menge
> Information transportieren kann? (Jandl, z.B.)

Der Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung ist also so etwas wie
der Unterschied zwischen Arial und Times, die Getrennt- und
Zusammenschreibung sowas wie "kursiv" und "fett", die Zeichensetzung
können wir durch geschickte Links- und Rechtsbündigkeit ganz ablösen und
die Wortschreibung interessiert uns grundsätzlich sowieso nicht (wie
anscheinend die Norweger). Wir schreiben einfach alles rot.

Wofür die Konkrete Poesie doch alles herhalten muß in diesem Argument -
und dabei funktioniert sie nur, weil sie so schön anders ist als unser
gewöhnlicher Umgang mit der Schrift (und der Lyrik).

Ich würde vorschlagen: Die Ministerpräsidenten lösen das Amtliche
Regelwerk zur Orthographie ab durch ein Amtliches Regelwerk zur
Typographie. Für die Handschrift lassen wir uns noch was besonderes
einfallen (oder schaffen sie ganz amtlich ab). Und RAK-WB hauen wir
gleich mit in die Tonne. Die Regeln sind eh' zu kompliziert und nach
dieser Reform der Reform auch gänzlich unnötig. Wer braucht schon
Metadaten in Katalogen, wenn wir nur noch Images veröffentlichen in
Zukunft, schön bunt.

Beste Grüße,
Kay Heiligenhaus


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