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Re: MediaLab und Negropontes Medientraeume



> Und das heisst, dass das Buch durch seine Raeumlichkeit Oerter fuer Texte
> schafft: man kann wissen, wo was steht, und dieses Wo ist genau
> lokalisierbar. Daher ist ueberall dort, wo reflektiert wird, das Buch das
> optimale Medium.
Einen Text in einem Textverarbeitungsprogramm vorliegen zu haben 
heisst, die einzelnen Woerter zu finden. Den Vorteil davon durfte ich 
oft genug erfahren. Einen einmal gelesenen Satz im Buch zu 
lokalisieren sorgt hingegen des oefteren fuer Probleme.

> 2) Bildschirme dagegen sind flach. Ihre Zweidimensionalitaet schafft keinen
> Raum. Die Hypertextverfahren sind deshalb nichts anderes als der amuesante
> Versuch, die Raeumlichkeit des dreidimensionalen Buches auf ein
> zweidimensionales Medium zu uebertragen, was natuerlich unmoeglich ist.
Wenn Sie dieses in orthodoxer Weise ernst meinen, dann duerften sie 
noch nicht einmal die Mails lesen, geschweige denn welche abschicken. 
Damit unterstuetzen sie geradezu die Ausbreitung zweidimensional 
dargebotener Texte. Zudem besteht ein Buch aus Blaettern und diese 
sind auch zweidimensional. Erst die Aneinanderreihung ergibt ein 
kuenstlich geschaffene Dreidimensionalitaet.

> Das Ergebnis ist, dass im Grunde niemand laengere Texte auf dem Bildschirm
> lesen will/kann, weil sie sich dort nur schwer beherrschen lassen. Deshalb der
> steigende Papierverbrauch dank PCs: Erst der Papierausdruck und damit die
> Ueberfuehrung des zweidimensionalen Bildschirmtextes in die
> Dreidimensionalitaet schafft wieder Lesbarkeit.
Ich tue dies, wenn ich, da ich keinen unbegrenzten Zugang zum 
Computer habe, nur, wenn ich den Text wegen Dringlichkeit in der 
computerfernen Zeit lesen will. Ansonsten wird, zumindest bei mir, an 
Papier gespart.

Mit freundlichen Gruessen und der Hoffnung, die interessante Diskussion 
in Gang zu halten
Manfred Hoss

    
                            Manfred Hoss
                             WB Student
                   Hochschule fuer Bibliotheks- und
                     Informationswesen Stuttgart
                     
                        University for librarian
                            and information
                                studies
                               Stuttgart


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