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Re: Pilotprojekt zwischen Google und Universitäten



Am Donnerstag, 6. Mai 2004 11:08 schrieb Beate Otteni:
> Fragen an alle Internet-Bibliothek-Interessierten:
> Überwindet Google mit diesem Projekt langfristig die immer aufwendigere
> Suche nach wissenschaftlichen Dokumenten auf weltweit verstreuten
> heterogenen Datenträgern und in heterogenen Datenbanken? Warum fördert
> Google als zukünftig börsennotiertes Unternehmen den Zugang zu
> wissenschaftlicher Information? Wie ist das aus Bibliothekssicht zu
> bewerten?

Hallo,

Google baut auf Anfrage von OCLC als Pilotprojekt für 17 Universitäten einen
Harvester, der DSpace-OAI-Repositories zusammenführt und über ein Zusatzfeld
in der erweiterten Suche anbieten wird. Die Anstrengungen sind im Rahmen der
internationalen Zusammenschlüsse von OAI-Repositories zu sehen, dem sog.
"eprint space". Es ist also nichts neues, denn solche Harvester werden schon
seit längerem gebaut.

Teilnehmer sind Universitäten, die DSpace-Implementierungen eingerichtet
haben.

http://www.dspace.org

In diesem Weblog findet man Details über das Pilotprojekt:

http://eepi.ubib.eur.nl/iliit/archives/000479.html

Alle DSpace-Teilnehmer sollen von der Google-Suche profitieren. Ich halte dies
deswegen für eine gute Idee, vor allem, da DSpace ein freies
Open-Source-Produkt ist und ein OAI-Repository darin enthalten ist.

Google ist ein Kind des ersten Forschungsprogramms "Digitale Bibliotheken" der
US-amerikanischen Bibliothekarinnen und -Bibliothekare. Fakt ist auch, dass
deutsche Hochschulen und Bibliotheken selten an DSpace- (oder vergleichbaren)
Projekten teilnehmen und (noch) kaum vernünftige Metadaten zur Suche in
OAI-Repositories anbieten.

Zu wünschen ist, dass sich dies ändert. Hier ist die Zusammenarbeit der
Bibliotheken mit Universitätsleitungen, Rechenzentren und
Informatikeinrichtungen gefragt. Aber auch mit Suchmaschinenanbietern wie
FAST

http://www.fastsearch.com

kann eine innovative Suchtechnologie über OAI-Repositories entwickelt werden.
FAST plant beispielweise, eine "federated index search"-Technologie zu
entwickeln. Die Universitätsbibliothek Bielefeld hat eine Kooperation mit
FAST.

Viele Grüße

Jörg Prante

--
Jörg Prante
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