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Re: [InetBib] Weniger oder mehr Zeitungen?





Am 15.02.11 11:42 schrieb Wolfgang Sander-Beuermann:

Von Kollegen, die Lehrveranstaltungen machen, kenne ich den Satz:
"KEINER meiner Studenten hat je eine Tageszeitung abonniert oder würde
sowas tun. Die lesen ALLE nur im Internet".

Der andersartige subjektive Eindruck wird daran liegen, dass Sie
vermutlich - ebenso wie ich - noch der "zeitunglesenden Generation"
angehören? Auch meine eigenen Kinder lesen nie Zeitung (aber durchaus
viele Bücher).

Man wird differenzieren müssen:

* Die BILD-Zeitung und Vergleichbares wird sich weiterhin halten -- der
Handwerker oder der Busfahrer ist keine Zielgruppe für das iPad.

* Auch die großen Wirtschaftszeitungen werden weiterhin bis in die
hinterletzte Bankfiliale geliefert.

* Was immer mehr fehlt, sind dagegen kritische Zeitungen. Die letzte,
die mainstreamtauglich weichgespült wurde, war der "Freitag", der
dadurch übrigens viele, viele Abonnenten und Kioskkäufer verloren hat --
so viele, daß er auch an der IVW-Erhebung schon lange nicht mehr
teilnimmt. Wer sich für kritische aktuelle Texte interessiert, liest
heute Blogs.

* Und das politische Sachbuch boomt, es ist wahr (Foer, Schirrmacher,
Sloterdijk, Leggewie/Welzer, Ziegler, Judt, Hessel...).

Jürgen Fenn.

-- 
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