InetBib-ODOK Wien, Programm Donnerstag 22.2.2018

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Workshops

10:00 – 12:00, Der Raum wird noch bekannt gegeben

Smart Harvesting with OXPath
Nadine Dulisch, GESIS, Christopher Michels, Universität Trier, Mandy Neumann, TH Köln

Abstract

Im DFG-geförderten Projekt Smart Harvesting II werden softwarebasierte Lösungen zur Erfassung und Aufbereitung von semistrukturierten Webdaten, z.B. die Inhaltsverzeichnisse von wissenschaftlichen Zeitschriften oder Konferenzbänden für Literaturdatenbanken wie dblp oder sowiport , entwickelt. Durch die vorherrschende Heterogenität solcher Rohdaten ist diese Arbeit im Falle der manuellen Erfassung sehr personal- und zeitintensiv. In Fällen, in denen bereits auf technische Unterstützung gesetzt wird, werden hierfür spezialisierte Programme, sogenannte Wrapper, eingesetzt, die von fachkundigen Softwareentwicklern erstellt und gewartet werden müssen. Ein Teil unseres Projektes ist es daher, wartungsarme Wrapper zu entwickeln, die auch von Nicht-Informatikern, z.B. Bibliothekaren oder Dokumentaren, einfach bedient und auf häufig neugestaltete, dynamische Webapplikationen angepasst werden können. Hierfür setzen wir auf die quelloffene Abfragesprache OXPath – eine Erweiterung von XPath, die eine deklarative Nachahmung der Interaktion mit einer Website erlaubt und in diesem Zuge Daten gezielt extrahieren kann. Erste Erfahrungen in einem Workshop mit Bibliothekaren und in Übungsgruppen mit Studierenden haben gezeigt, dass bereits Grundkenntnisse in XML und XPath ausreichen, um in den Prozess der Erstellung, Wartung und Pflege von OXPath-Wrappern einzusteigen. Die gewonnenen Daten können vielseitig eingesetzt werden. In Smart Harvesting II werden zusätzliche Internetquellen z.B. in das Datenbankmonitoring integriert oder zur Bereinigung und Aufbereitung der Datenbestände verwendet, z.B. indem weitere Felder wie Kurzbiografien mit Named Entity Recognition nach möglichst vollständigen Autorennamen durchsucht werden, um die Autorendisambiguierung zu verbessern. Im ersten Teil bietet dieser Vortrag neben dem Gesamtüberblick über das Projekt einen Kurzeinstieg und Erfahrungsberichte zu OXPath. Außerdem werden Einsatzbeispiele von OXPath aus dem Arbeitsalltag der Projektteilnehmer dblp computer science bibliography , GESIS und TH Köln demonstriert. Bei Interesse findet zum Abschluss ein praktischer Teil mit dem gemeinsamen Entwickeln eines OXPath-Ausdrucks statt.

10:00 – 13:00, Der Raum wird noch bekannt gegeben

Catmandu – Extract, Load, Transform
Johann Rolschewski, SBB SPK Berlin, Vitali Peil, UB Bielefeld

Abstract

Für eine Vielzahl von digitalen Diensten und Dienstleistungen wie Discovery Systeme, Electronic Resource Management, Forschungsdatenmanagement oder Digitalisierung müssen Bibliotheken heutzutage Metadaten in verschiedenen Formaten, z.B. Excel, KBART, MAB2, MARC 21, MODS und PICA, über diverse Schnittstellen (OAI, SPARQL, SRU, Z39.50, etc.) beziehen, aufbereiten und bereitstellen. Diese sich wiederholenden Prozesse des Datenmanagements werden auch als „Extract, Transform, Load“ (ETL) bezeichnet: Extraktion der Daten aus verschiedenen Quellen, Transformation in ein geeignetes Schema und Laden in ein Zielsystem. „Catmandu“, ein data processing toolkit, unterstützt die Standardisierung dieser Prozesse mit offenen Modulen etwa für gängige bibliotheksspezifische Datenformate, Datenbanksysteme und Schnittstellen. Der dreistündige Workshop bietet eine Einführung in die Funktionalitäten von „Catmandu“ mit praktischen und praxisnahen Übungen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der effizienten Arbeit mit dem command line interface, das den schnellen Zugriff auf die vielen erprobten Funktionalitäten des toolkits ermöglicht. Die Teilnehmer*innen lernen, selbständig ETL-Prozesse mit „Catmandu“ auszuführen und so von der fix language für die Transformation und Normalisierung etwa von Metadaten zu profitieren. Der Workshop richtet sich an Datenmanager*innen und Systembibliothekar*innen. Voraussetzung sind grundlegende Kenntnisse im Umgang mit der Kommandozeile und bibliotheksspezischen Datenformaten. Für die Übungen ist ein eigener Laptop mit der Software „VirtualBox“ erforderlich.

Eine „virtuelle Maschine“ (VM) mit allen benötigten Software-Modulen stellen die Veranstalter vorab zum Download bereit, der Link dazu wird etwa zwei Wochen vor der Veranstaltung hier bekannt gegeben. Weitere Informationen werden Ihnen direkt per E-Mail mitgeteilt, bitte melden Sie sich als Interessent/in dazu bei Johann.Rolschewski at sbb.spk-berlin.de .

Tagungsprogramm

Hörsaal 10 & Hörsaal N.N., Juridicum Universität Wien, Schottenbastei 10-16, 1010 Wien

Block 5, 9:00 – 10:30 „Projekte in Österreich“ (Moderation: N.N.)

Kurzvorträge nach Art von Lightning Talks zu österreichischen Projekten
Details in Kürze

Kaffeepause, 10:30 – 11:00

Wir servieren Kaffee und andere Getränke in der Firmenausstellung. Tagungsbesucher sind herzlich eingeladen.

Block 6, 11:00 – 11:45 Firmenvorträge

Sind Sie auf Kurs? Wissenschaftsnavigation mit Content Services
Jürgen Stickelberger, Elsevier

Abstract

In der Präsentation werden spezielle Beispiele gegeben, wie die Publikation in Österreich beachtet wird. Woher kommen beispielsweise die Artikel, die österreichische NutzerInnen auf ScienceDirect interessieren? Dabei wird insbesondere das Produktportfolio von Elsevier mit Blick auf den Arbeitskreislauf von Forschern beleuchtet. Zudem wird ein Einblick in die zukünftigen Entwicklungen bei Elsevier gegeben. Wir möchten Ihnen in dieser Präsentation zudem gerne die neue Metrik CiteScore vorstellen und freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Maximaler Mehrwert durch digitale Angebote: „wiso“ und die „eBib-Solution“
Gabriele Patzer, Genios

Abstract

Optimale Informationsversorgung für alle Bibliotheksnutzer durch den Einsatz maßgeschneiderter digitaler Angebote – das ist nicht nur ein theoretischer Ansatz, sondern lässt sich ganz konkret umsetzen. Wie, das zeigen wir anhand unserer Informationsangebote „wiso“ für wissenschaftliche Bibliotheken und „eBib-Solution“ für öffentliche Bibliotheken.

Block 7, 12:00 – 13:00, „Informationskompetenz und Bildungsauftrag“ (Moderation: N.N.)

Whatever Happend to Informationskompetenz?
Dr. Karsten Schuldt, HTW Chur

Abstract

Vor einigen Jahren war das Thema Informationskompetenz in der bibliothekarischen Öffentlichkeit omnipräsent. Auf den bibliothekarischen Tagungen füllte das Thema ganze Säle, die Zeitschriften waren geprägt von der Vorstellung von Modellen, Vorschlägen für Standards und Berichten aus der Praxis. Kritik war wenig zu hören, es ging um die Zukunft der Bibliotheken. Heute ist es viel ruhiger geworden, gleichzeitig wurde das Thema institutionalisiert: In Deutschland, Österreich und der Schweiz existieren Arbeitsgruppen, die Standards fortentwickeln und Forbildungen organisieren In nahezu allen Hochschulen sind Informationskompetenz-Veranstaltungen als normales Angebot von Bibliotheken etabliert, bis hin zur Einbindung in die Lehre. An Fachhochschulen wird das Thema unterrichtet. Doch gleichzeitig ist es verdächtig ruhig geworden: Im Vergleich wird das Thema heute kaum noch diskutiert, werden keine Modelle fortgeschrieben oder neu erstellt, werden kaum noch Texte publiziert, die behaupten, ohne Informationskompetenz würden Studierende (und die Gesellschaft) nicht ihre Aufgaben erfüllen können und werden Debatten über die Zukunft der Bibliotheken geführt, in denen das Thema nicht mehr vorkommt. Veranstaltungen zum Thema sind eher wieder wenig besucht. Offenbar ist es Zeit, zurückzuschauen: Was ist hier in den letzten 15 Jahren passiert? Wie kam es dazu, das ein solcher Diskurs im Bibliothekswesen Verbreitung fand und zu zahllosen Projekten und den Aufbau von Infrastrukturen führte, dann aber wieder fast einschlief? Was ist aus den ganzen Versprechen und vor allem den beschworenen Gefahren, die drohen würden, wenn man sich nicht in diesem Themengebiet engagieren würden, geworden? Was sind die langfristigen Wirkungen dieses Diskurses für das Bibliothekswesen?

Take Action! Was Bibliotheken mit den Initiativen zu OER zu tun haben
Gabriele Fahrenkrog, Agentur I&K Hamburg

Abstract

Mit der Veröffentlichung des Ljubljana OER Action Plan beim 2nd OER World Congress haben Bildungspolitiker aus der ganzen Welt eine gemeinsam Erklärung verabschiedet mit der sie sich verpflichten, OER durch geeignete Maßnahmen aktiv zu fördern. Bibliotheken und bibliothekarische Ausbildungseinrichtungen werden in diesem Papier ausdrücklich adressiert, mit der Aufforderung, Erstellung, Nachnutzung und das Teilen von Materialien zu lehren, zu fördern und über Lizenzmodelle und technische Aspekte zu beraten und zu informieren. Zugang zu und Wissen über OER bereitzustellen sollte für Bibliotheken selbstverständlich sein, tatsachlich aber sind offene Bildungsmedien noch immer praktisch kein Thema für den Berufsstand. Was ist der Hintergrund des OER Action Plans? Welche Handlungsfelder werden lokalisiert und welche Handlungsempfehlungen lassen sich konkret daraus ableiten? Dies sind die Themen des Vortrags, die anschießend zur Diskussion gestellt werden.

Mittagspause, 13:00 – 14:00

Wir servieren Mittagessen und Getränke in der Firmenausstellung. Tagungsbesucher sind herzlich eingeladen.

Block 8, 14:00 – 14:45 Firmenvorträge

Die Digitalisierung und teilautomatische Erschließung von Inhaltsverzeichnissen
Ulrike Holtkamp, ImageWare Components GmbH, Rüdiger Lopatta

Abstract

Literaturlisten im Bibliotheksverbund
Nicolai Sternitzke, Ex Libris

Abstract

Wissenschaftliche Bibliotheksverbünde mit klar definierten Konsortialstrukturen und -prozessen können ihre Verbundbibliotheken entscheidend dabei unterstützen, die Reichweite und die Effektivität der Literaturversorgung durch Nutzung gemeinsamer Technologien und durch individuelle sowie gemeinsame Serviceangebote zu erweitern. Dies gilt insbesondere auch für den Lehr- und Lernbetrieb, in dem beispielsweise die Bereitstellung und Organisation von Kursmaterialien von entscheidender Bedeutung für die aktive Förderung, Beteiligung und den Lernerfolg der Studierenden darstellt.

Von einer integrierten Literaturlistenlösung profitieren Bibliotheken, Lehrkörper und Studierende gleich mehrfach:
• Die Lösung ermöglicht es den Dozenten, Literaturlisten auf Basis nutzerfreundlicher Webtechnologien ganz einfach selbst oder gemeinsam mit Kollegen zu erstellen und zu pflegen.
• Bibliotheken und Verbünde können die Nutzung und Wirkung des Serviceangebotes für Lehre und Lernen leicht analysieren und messen.
• Dadurch können individuelle und konsortiale Erwerbungsstrategien genauer auf den aktuellen Bedarf an
Lernressourcen ausgerichtet und ein gemeinsamer Bestandsaufbau gezielt weiterentwickelt werden, sodass der Exzellenzanspruch des Lehrbetriebes und der Erfolg der Studierenden optimal unterstützt werden.
• Die Zusammenarbeit zwischen den Verbundbibliotheken, dem akademischen Lehrpersonal und den Studierenden wird dadurch nachhaltig gefördert.
• Bibliotheken können sicherstellen, dass den Studierenden sämtliche Kursmaterialien rechtzeitig vor Semesterbeginn und ohne Risiko einer Urheberrechtsverletzung zur Verfügung gestellt werden.
• Dozenten können darüberhinaus einen schnellen Überblick gewinnen, welche wissenschaftlichen Lehrmaterialien in inhaltlich ähnlichen Kursen an anderen Universitäten zur Verfügung gestellt werden und können die Literaturlisten mit anderen Institutionen systematisch austauschen.

In dieser Session werden wir thematisieren, wie Verbundbibliotheken durch die Implementierung der Literaturlistenlösung Ex Libris Leganto den Lern- und Lehrbetrieb an der eigenen Hochschule und im gesamten Verbund aktiv unterstützen können.

Block 9A, Hörsaal 10, 15:00 – 16:30, „Zukunft Bibliotheken, Neue Technologien“ (Moderation: N.N.)

OnSiteInfo – der neue ortsbezogene Service der KIT-Bibliothek
Uwe Dierolf, KIT Karlsruhe

Abstract

Im Juni 2017 nahm die KIT-Bibliothek einen neuen ortsbezogenen Service in Betrieb, der die Nutzer über aktuelle Informationen rund um die Bibliothek auf dem Laufenden hält. Technisch kommen hier kleine Bluetooth Sender (Beacons) sowie eine Smartphone App zum Einsatz. Die technische Basis des Dienstes OnSiteInfo bildet BibTip-Beacon. Über ein Kontrollzentrum kann man Bereiche (Lesesaal 1. OG, ganze Bibliothek etc.) definieren und ihnen Nachrichten zuordnen und deren Sichtbarkeit zeitlich eingrenzen. Mittels eines API können solche Nachrichten auch automatisiert eingetragen werden, wodurch sich weitere Nutzungsszenarien abbilden lassen. Abschließend wird über die Erfahrungen der letzten Monate berichtet.

Auskunftsdienst digital – darf’s ein bisschen mehr sein?
Tanja Erdmenger, Münchner Stadtbibliothek

Abstract

Auf dem deutschen Bibliothekartag im Juni 2017 haben rund 20 BibliothekarInnen aus ÖBs und WBs des gesamten deutschsprachigen Raumes in einem Workshop Ideen und Herausforderungen ausgetauscht, die sich aktuell und im Hinblick auf digitale Services im Auskunftsdienst stellen. Neben der Vorstellung der hier gewonnenen Erkenntnisse kann über die Weiterentwicklung der bei der Münchner Stadtbibliothek vor über 10 Jahren eingeführten Auskunftsstandards unter Einbezug digitaler Dienstleistungen berichtet werden und welche Angebote zur digitalen Medienbildung intern und extern derzeit entwickelt werden.

Digitale Services in analogen Strukturen
Friedrich Summann, UB Bielefeld

Abstract

Die UB Bielefeld hat seit Jahrzehnten versucht, neue, meist digitale Services zu entwickeln, um ihre Institution in der veränderten Hochschullandschaft als Service-Einrichtung zu erhalten und zu stärken. Politisch-strategische Einflüsse wie die Hochschulautonomie und die zahlreichen erweiterten technischen Möglichkeiten haben die Entwicklung in den letzten Jahren beschleunigt. Hochschulbibliotheken sind nicht mehr fixiert auf Literaturbereitstellung sondern Dienstleister im Bereich Informationsversorgung, wobei mittlerweile der überwiegende Teil wissenschaftlicher Information digital verfügbar ist. Gefordert wird von wissenschaftlichen Bibliotheken daher eine Service-Orientierung und die Motivation zur Innovation. Der Vortrag erläutert einige exemplarische Beispiele für mögliche Betätigungsfelder mit konkreten Ergebnissen, wie sie in der Universitätsbibliothek Bielefeld vorangetrieben werden. Im Einzelnen sind das Publikationen und Publikationsmanagement, Publikationsdienste, OA-Dienste, Forschungsdatenmanagement, Digitalisierung plus Zusatzdienste (Präsentation) und VR-Technik aus dem Entwicklungslabor. Bibliothekarische Expertise ist auch in digitalen Informationsumgebungen relevant. Spielraum für neue digitale Services für die Universitätsangehörigen ergibt sich insbesondere aus dem -Netzwerk mit Angehörigen der Fakultäten und Einrichtungen, aber auch nationalen und internationalen Projektpartnern. Dabei sind positive Ergebnisse aus lokalen oder geförderten Projekten oftmals eine entscheidende Empfehlung. In diesem Fall ergeben sich neue Projektansätze und -ideen für digitale Anwendungen häufig zwangsläufig.

Block 9B, Hörsaal N.N., 15:00 – 16:30, „Digitales nutzen“ (Moderation: N.N.)

Patterns für digitale Leuchtturmprojekte
Dr. Sophie-Carolin Wagner, Paul Sommersguter, Österreichische Nationalbibliothek

Abstract

Die Österreichische Nationalbibliothek bewahrt als zentrale wissenschaftliche Bibliothek des Landes das intellektuelle und kulturelle Erbe Österreichs und digitalisiert seit einigen Jahren umfangreiche Bestandsgruppen. Im Zuge dessen wurden u.a. bereits von knapp 500.000 gemeinfreien Werken mit insgesamt ca. 200 Millionen Seiten Digitalisate angefertigt, sowie mehr als neunzehn Millionen Seiten historischer Tageszeitungen und Gesetzestexte digital zugänglich gemacht. In der aktuellen Strategieperiode bis 2021 werden unterschiedliche Strategieprojekte realisiert, um einerseits den Zugang zu diesem Wissenskonvolut einfacher zu gestalten und um andererseits zum aktiven Mitgestalten einzuladen. Zu diesen Initiativen zählt etwa das Library Labs Projekt, innerhalb dessen eine Forschungsinfrastruktur entwickelt wird, die Rohdaten anbietet, unterschiedliche Schnittstellen einbindet oder offene, verbundene Metadaten (Linked Open Data), verfügbar macht. Eine weitere Methode, digitalisierte Artefakte mit intellektuellem Input der interessierten Öffentlichkeit anzureichern, ist die Crowdsourcing-Initiative der ÖNB. Sie erschließt ausgewählte Bildbestände und öffnet diese einem breiten Publikum, das wiederum wesentlich zur Erschließung des Bestands beitragen kann. All diese Strategieprojekte können als „Leuchtturmprojekte“ bezeichnet werden. Leuchtturmprojekte haben in der Regel gemein, dass sie für sich alleine stehen und ihre Strahlkraft von begrenzter Dauer ist. Diese Singularität hat ihre Berechtigung: sie führt zu organisatorisch besser strukturierten und somit in kleinen Teams effizienter umsetzbaren Projekten. Die erreichte Effizienz endet jedoch auch an den jeweiligen Projektgrenzen und steht damit in Opposition zur organisationalen Effizienz hinsichtlich des finanziellen und zeitlichen Ressourcenverbrauchs. Auch inhaltlich werden Synergien vernachlässigt, deren projektteamübergreifende Erarbeitung großen strategischen Mehrwert versprechen könnte; auch, was das Branding, die Reichweite und die Halbwertszeit des entwickelten Services angeht. Die Strategie an der Österreichischen Nationalbibliothek ist, Teile der Initiativen Library Labs, Linked Open Data und Crowdsourcing gemeinsam in punkto inhaltlicher, gestalterischer und technischer Aspekte zu formalisieren – was eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellt. Anhand gezielter Schlaglichter auf Themen, die horizontal über mehrere Strategieprojekte gelegt werden, beleuchtet dieser Vortrag eine nicht vollständige Liste an konkreten Themen und Fragestellungen, mit denen sich die einzelnen Projektteams konfrontiert sehen: Service Packages – Wie lassen sich (UI-)Tools zur Annotation, Transkription, Sammlung, zum Sharing, zur Diskussion einheitlich über mehrere Initiativen abbilden? Was bedeutet diese Entscheidung für das User Interface? Registrierung – Wie lässt sich eine Registrierung plattformweit durchführen – und welche technischen, inhaltlichen und gestalterischen Implikationen hat diese Vorgehensweise? Einstieg auf einer gemeinsamen Plattform – Wie lässt sich dieser für heterogene Zielgruppen auf einer Plattform abbilden? Kommunikationsstrategie – Wie lässt sich eine in punkto Tonalität einheitliche Sprache für unterschiedliche Zielgruppen definieren? Wie treten wir mit unseren Usern in Kontakt? Grenzen der Synergie – Wo stiftet eine gemeinsame Vorgehensweise inhaltlich mehr Verwirrung als Mehrwert? Die vorgestellten ÖNB-Projekte Library Labs, Linked Open Data und Crowdsourcing befinden sich derzeit in Entwicklung, was zum einen den Vorteil bietet, diesen Prozess im Vortrag abzubilden, zum anderen das Feedback des Publikums aktiv in die Entwicklung einzubeziehen.

Virtual Bookshelf für die Lehrbuchsammlung der UB St. Gallen
Edeltraud Haas, UB St. Gallen

Abstract

Die HSG-Bibliothek hat seit Start Herbstsemester 2017 ein Virtual Bookshelf für die Lehrbuchsammlung installiert. damit wollen wir einerseits die Visibilität der elektronischen Ressourcen erhöhen, andererseits ganz konkret in der Lehrbuchsammlung bei grosser Nachfrage vor der Prüfungsphase auf diese Alternative hinweisen. Wir arbeiten in den nächsten 3 Semestern mit Marketing-Studierenden zusammen, um den Mehrwert zu eruieren und zu erhöhen und sind sehr auf die Ergebnisse gespannt. Bis zur Tagung im Februar könnten wir die Erfahrungen des ersten Semesters mitbringen. Fragen, die es aus Nutzersicht zu beantworten gilt: nutzen die Studierenden das Virtual Bookshelf? Wie nutzen sie es? Wenn nicht, warum nicht? etc. Aus bibliothekssicht sind dies: Können wir diese Art der Visualisierung für den gesamten Bestand verwenden? Können dadurch auch ausgelagerte Medien (bei uns ca. 300.000) besser dargestellt werden?

Requirements-Engineering in Bibliotheken
Eva Ramminger, UIBK Innsbruck, Dr. Susanne Blumesberger, UB Wien

Abstract

Die Zusammenarbeit mit dem IT-Bereich wird für Bibliotheken, vor allem für wissenschaftliche Einrichtungen, immer wichtiger, z.B. durch die Bereitstellung von forschungsunterstützenden Services und den dafür benötigten e-Infrastrukturen. Dieses enge Miteinander kann jedoch nur funktionieren, wenn VertreterInnen der IT und der Bibliotheken auf gleicher Ebene gut miteinander kommunizieren können. Das wiederum setzt voraus, dass beide einander verstehen, die gleichen Begriffe verwenden und somit gleichberechtigt agieren können. In der Wirtschaft werden schon seit einiger Zeit Requirements-Engineers eingesetzt, die als VermittlerInnen zwischen den AuftraggeberInnen und den IT-KollegInnen agieren. Sie bereiten zunächst das Projekt vor, nehmen Kontakt mit allen Stakeholdern auf, ermitteln Anforderungen, formulieren und prüfen diese und begleiten den gesamten Prozess bis zur Umsetzung. Im Bibliotheksbereich ist RE zwar großteils bekannt, die Umsetzung funktioniert jedoch noch nicht reibungslos, wie eine kürzlich abgeschlossene Masterarbeit mit dem Titel Der Umgang mit Requirements-Engineering an wissenschaftlichen Bibliotheken gezeigt hat. Würde man hier investieren, könnten sich Bibliotheken auf lange Sicht Zeit und Kosten sparen. Der Vortrag soll einerseits die Grundzüge des RE kurz vorstellen, andererseits aber auch mögliche Potentiale für eine Anwendung in der Abwicklung von Projekten in Bibliotheken aufzeigen. Darüberhinaus wird über Erfahrungen zum Einsatz von RE im gegenwärtig laufenden Hochschulraumstrukturmittelprojekt “E-Infrastructures Austria plus” berichtet.

Kaffeepause, 16:30 – 17:00

Wir servieren Kaffee und andere Getränke in der Firmenausstellung. Tagungsbesucher sind herzlich eingeladen.

Block 10A, Hörsaal 10, 17:00 – 18:30 „Bibliothekssysteme“ (Moderation: N.N.)

Implementierung des Alma-Bibliothekssystems aus Sicht des Kohorte 2 Managers
Markus Lackner, UB Graz

Abstract

Dieser Vortrag beleuchtet die Alma-Implementierung der Kohorte 2 aus Sicht des Kohortenmanagers. Hierbei werden die zentralen und lokalen Projektstrukturen erklärt, Projektpläne vorgestellt und auf besonders herausfordernde Phasen bzw. Einzeltätigkeiten genauer eingegangen.

SLSP – Swiss Library Service Platform: ein Fortschrittsbericht
Dr. Alice Keller, ZB Zürich

Abstract

Das Projekt SLSP ist das umfassendste Bibliotheksprojekt, das in der Bibliotheksgeschichte der Schweiz bisher lanciert werden konnte. SLSP beabsichtigt die Integration bestehender Bibliotheksverbünde von deutsch- und französischsprachiger Schweiz. Im Frühjahr 2017 erfolgte die Gründung einer Aktiengesellschaft SLSP AG als geeignete Governancestruktur. Gegenwärtig läuft die IT-Evaluation für ein gemeinsames Bibliotheks- und Discovery System. Bis Ende 2017 sollte ein Zuschlag vorliegen. Besondere Herausforderungen bei der Systemauswahl und geplanten Einführung liegen in der Mehrsprachigkeit (D/F/E/I), in der Komplexität der Migrationsplanung von Daten aus verschiedenen Systemen sowie in Definition gemeinsamer Standards und Workflow. Der Vortrag beschreibt die Fortschritte bis zum heutigen Zeitpunkt und beleuchtet die laufenden Arbeiten.

Umstieg auf Alma in einer kleinen Bibliothek mit viel Open Source
Michael Birkner, AK Wien Bibliothek

Abstract

In meinem Vortrag möchte ich auf die Besonderheiten einer kleinen bis mittelgroßen Bibliothek eingehen, die beim Umstieg auf Alma auftreten können. Aufgrund einfacherer Strukturen innerhalb der Institution können durchaus Vorteile entstehen. So müssen z. B. weniger Zweigstellen oder Ausleihschalter konfiguriert werden. Andererseits kann durch den Umstand, dass weniger Personal zur Verfügung steht, auch die Zeit knapp werden. Da das Aleph-System der AK Bibliothek Wien zudem von der OBVSG gehostet und gewartet wurde, war eine enge Kooperation nötig, die auch zeitintensiv sein kann. In einem zweiten Teil des Vortrags soll beleuchtet werden was es heißt, wenn eine Einrichtung auf Alma umsteigt und dabei zusätzlich Open Source Software verwenden will. Es soll die Möglichkeit zur Anbindung von Drittsystemen sowie deren Vor- und Nachteile aufgezeigt werden. Als Beispiel wird die an der AK Bibliothek Wien durchgeführte Anbindung des Open Source Discovery Systems „VuFind“ verwendet.

Block 10B, Hörsaal N.N., 17:00 – 18:30 „Digitalisierung“ (Moderation: N.N.)

Ist Digitalisierung der Tod der Bibliothek? Eine ganz private Einschätzung.
Dr. Florian Seiffert, ZB Sport

Abstract

Wir beobachten, dass die elektronische Vernetzung die Welt verändert und sind sicher, dass diese Veränderung noch lange nicht ihr Ende gefunden hat. Wie werden Bibliotheken zukünftig aussehen, wenn die Digitalisierung weiter fortschreitet? Die Musikindustrie und das Fernsehen wurden von der Digitalisierung schon weit heftiger getroffen, als die Welt von Papier, Druck und Wissen. Lernen Bibliotheken aus dem Schicksal anderer? Eine ganz private Beleuchtung der Situation!

volare – das Vorarlberger Landesrepositorium
Harald Eberle, Vorarlberger Landesbibliothek, Bregenz

Abstract

Die Vorarlberger Landesbibliothek besitzt umfangreiche Sammlungen digitaler und zu digitalisierender Objekte im Rahmen ihres statutarischen Auftrags der Bewahrung des kulturellen Erbes der Region. Seit 2015 läuft das Pilotprojekt volare, in dem bereits 140.000 Objekte digitalisiert, erschlossen und zur freien Nutzung über www.vorarlberg.at/volare bereitgestellt wurden. Im Zuge der Überführung des Pilotprojektes in den Linienbetrieb wurden die Nutzungsströme und die Zugriffsquellen genau analysiert und bewertet.

www.flora-graeca.de
Dr. Wolfgang Stille, UB Darmstadt

Abstract

Als Landesbibliothek verfügen wir über umfangreichen und wertvollen Altbestand, so auch ein Exemplar der Flora Graeca ­– ein zehnbändiges Meisterwerk der griechischen Flora des späten 18. Jahrhunderts mit knapp 1.000 Zeichnungen, welche an Qualität, Detailreichtum und Farbenpracht kaum zu überbieten sind. In erster Linie sind wir jedoch als Universitätsbibliothek Informationslieferant für die TU Darmstadt mit über 30.000 Studierenden und Beschäftigten, die unsere Dienstleistungen digital und mobil in Anspruch nehmen. Uns stellte sich daher die Frage, wie wir das Interesse für die Schönheit der Schätze der Bibliothek auch bei der jungen digitalen Generation wecken können, um damit unserer sozialen Verantwortung, die über die bloße Archivierung, Digitalisierung und Vermittlung von Wissen hinausgeht, gerecht zu werden. In einem abgeschlossenen Projekt haben wir bereits Erfahrungen mit semantischen Technologien und mobilen Endgeräten im Museumsbereich gesammelt. So lag der Gedanke nahe, die dort entwickelten intuitiven und explorativen Präsentationsformen auch für die Präsentation der Flora Graeca zu adaptieren, die wir zuvor aufwändig digitalisiert und über die lateinischen Pflanzennamen erschlossen hatten. Durch Anreicherung der Objekte über als Linked Open Data im Web frei verfügbare Information konnten die Objekte auch semantisch erschlossen werden, was wiederum die Vernetzung von Entitäten erlaubte, so dass Pflanzen direkt in Relation zueinander gesetzt werden können und dadurch die dem Medium Buch geschuldete sequentielle Reihenfolge einer semantisch vernetzten Struktur weicht, welche wesentlich mehr Möglichkeiten der Navigation bietet. Neben der botanischen Klassifikation erhielten die Objekte auch Beschreibungstexte und Fotos. So entstand eine digitale Ausgabe der Flora Graeca quasi als Edutainmentanwendung für ein junges anspruchsvolles Publikum, zu dessen Alltag interaktive und partizipative Formen der Wissensvermittlung und Informationsrecherche gehören. www.flora-graeca.de

Sammlung deutscher Forschungsberichte der Technischen Informationsbibliothek Hannover (TIB)
Manu Raster, TIB Hannover

Abstract

Die Sammlung umfasst 256.000 gedruckte und 75.000 elektronische Dokumente und ist z.Zt. Gegenstand eines korpuslinguistischen Forschungsprojektes, das die TIB vor eine große Dokumentlieferungsaufgabe stellt, für die keine leistungsfähigen Lösungen von der Stange existieren. Der Vortrag beleuchtet neben der Entwicklung und dem Betrieb eines sammlungsspezifischen Dokumentendienstes auch weit verbreitete Irrtümer über Digitalisierungsprojekte und die daraus folgenden Risiken und Chancen für den Bibliotheksbetrieb kritisch.

Rahmenprogramm

Bitte fragen Sie am Tagungsbüro nach Führungen!

Abendveranstaltung „Eine andere Sicht auf Wien“, 19:30 – ?

Die Wiener Hauptbücherei am Gürtel (Urban-Loritz-Platz 2A) betritt man über die größte Freitreppe Wiens. Die Treppe führt bis zum Dach des vom Architekten Ernst Mayr entworfenen und im Jahre 2003 bezogenen Gebäudes, wo sich das Bibliothekscafè Oben befindet (natürlich gibt es auch einen Aufzug). Dort werden wir feiern, Musik, Speis‘ und Trank sind inklusive!

Infos

Separate Anmeldung erforderlich über das Anmeldeformular, Karten werden auch am Tagungsbüro erhältlich sein (sofern noch verfügbar: Begrenzte Teilnehmerzahl). Preis 60 € alles inklusive.

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