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AW: AW: Fachwirt versus Dipl.Bibl.? früher Re: [InetBib] Fernstudium im Fach Bibliothekswesen?



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sebastian Bessler schrieb: 
mal davon abgesehen das Dipl.Bibl. in der Form ja bald als
Ausbildungsgang nicht mehr existiert (der Bachelor und Master sei Dank
*seuftz*) reicht für diese Ausbildung auch das Fachabitur. Und das ist
auch durchaus schon in 2 Jahren zu erreichen, auch an Abendschulen.

Das würde dann den Zeitraum auf 5 Jahre reduzieren.
Immernoch lang, aber durchaus Praktikabel.

Dann kommt noch hinzu, dass bald ein neuer "Bach.-Bibl. (FH)" (oder wie der 
sich auch immer nennt), der den direkten Weg Gymnasium->FH kommt,
auch jünger in das Berufsleben einsteigt als früher ein Dipl.-Bibl. (FH): 
Abitur in der 12. Klasse (statt 13., da wird ja in immer mehr
Bundesländern ein Jahr gestrichen) und FH-Studium in 6 Semestern (statt 7-8).
Was das für die Konkurrenzsituation bedeutet, in der sich ein älterer 
Aufsteiger mit diesem befindet, steht auch noch im Raum.

Ich bin aber auch dafür, dass die Angebote für FH-Absolventen ausgebaut werden, 
dass sich auch Ihnen Aufstiegsmöglichkeiten bieten.
Wer als ursprünglicher Assistent sich in nicht mehr ganz jungen Jahren durch 
Abendschule und Fernstudium zum Diplomierten
(oder dem IHK-Fachwirt) hochgearbeitet hat, ist vielleicht mit dieser 
Verbesserung zufrieden (oder auch nicht, je nach Persönlichkeit).
Junge FH-Absolventen werden wohl stärker dazu neigen, sich in der folgenden 
Zeit noch weiter zu verbessern.

Und da bin ich dafür, dass es auch in Deutschland Spezialisierungsangebote 
geben sollte, wie in der Schweiz beispielsweise dieses: 
http://www.unibas.ch/index.cfm?uuid=5F1722D1FE88D368B75A836A57EBC83D&backFid=18&WBID=56
Es findet auf universitärer Ebene statt (hier: Universität Basel, Advanced 
Study Centre) und läuft berufsbegleitend über drei Semester
(3 Tage Blockunterricht im Monat). Der Abschluss lautet: "University 
Professional in Rare Book Library Science".
Um dem in Deutschland üblichen promovierten Historiker (o.ä.), der in den 
grossen Bibliotheken die Sammlungen für Handschriften und Alte Drucke
(wissenschaftlich) betreut, einen (oder mehrere) Dipl.-Bibl. mit zusätzlicher 
Qualifikation an die Seite zu stellen, ist das ideal.
Aber auch in kleineren Bibliotheken mit einem geringen Altbestand, der auch 
irgendwie betreut werden sollte, in denen man es sich
aber nicht leisten kann, jemanden mit Doktortitel nach BATII (oder was das 
jetzt als Einstiegsstufe für den höheren Dienst ist) extra dafür anzustellen,
können Dipl.-Bibl. mit einer solchen Zusatzqualifikation wertvolle Dienste 
leisten. Im Gegensatz zum Historiker, der zum Altbestand wohl
halt eher von der inhaltlichen Seite herankommt, wenn er denn einen solchen 
Aufgabenbereich hat, ist der Ansatz in diesem Studium beim Trägermedium,
dem Papier. Da darf es aber auch ruhig beide Ansätze nebeneinander geben, weil 
diese sich ergänzen!
Hier stellt sich (für Deutschland) die Frage, ist das bei einem Dipl-Bibl. mit 
so einer Zusatzqualifikation dann noch "gehobener"
oder vielleicht schon "höherer" Dienst (jedenfalls bekomme ich diese Frage von 
Leuten aus Deutschland gestellt,
Schweizer kommen eigentlich garnicht darauf), bzw. müsste man mal in Zeiten, wo 
das Bachelor-Master-System auf einen zurollt,
diese starre Trennung hinterfragen.

Es wäre also gar nicht schlecht, wenn es mehr Angebote dieser Art geben würde 
(gerade auch für Dipl.-Bibl. (FH)), die etwas anderes sind,
als ein an den FHs inhaltlich ähnlich angebotener Master mit Vertiefung in 
sowieso überwiegend BWL und Personalführung.
Da sticht nach meiner Kenntnis gerade mal das Stuttgarter Angebot im 
Musikinformationsbereich heraus,
das halt historisch mit dem ehemals in Deutschland auch recht einmaligen 
Musikbibliothekarischen Zusatzstudium zusammenhängt,
und eine durchaus notwendige Spezialisierung in dieser Richtung bringt.
Einen Master mit BWL und Personalführung braucht es auch, aber braucht es den 
für alle?

Gruss aus Bern
Bernd Martin Rohde
__________

Bernd Martin Rohde, Dipl.-Bibl. (FH)
Sportweg 15, CH 3097 Liebefeld
Tel.: (+41) (0)31 9719674, mailto:b.m.rohde@xxxxxxx
(dienstl.: Tel.: (+41) (0)31 3203313, mailto:bernd.rohde@xxxxxxxxxxxxx)



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